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Arch Linux auf einem MacBook pro (oder Surface pro) installieren

Apples MacBooks und Microsofts Surface Geräte bestechen durch sehr gute Hardware und sind beide auch Jahre nach einem Kauf hervorragende Arbeitsgeräte. Während Apple nach ungefähr acht bis zehn Jahren seine Geräte aus dem Support nimmt und nicht mehr die aktuellste Version von MacOS verteilt, kann auf den Surface Geräten zwar derzeit immer das aktuellste Windows Update installiert werden, jedoch stoßen die Geräte eventuell unter Windows an Performance Grenzen.

Mit einem aktuellen Linux lassen sich jedoch auch in die Jahre gekommene MacBooks und MS Surface Geräte nicht nur sehr performant betreiben, beide Geräteklassen gibt es (je nach Alter) auch für relativ kleines Geld auf Ebay als Gebrauchtware.

Während sich z.B. ein Ubuntu oder OpenSuse sehr komfortabel über die LiveCD bzw. den Live-Stick installieren lassen, stellt Arch Linux etwas höhere Ansprüche an die Installation, jedoch wird der Nutzer mit einem hoch-performanten und schlanken System belohnt und lernt zudem auch viel darüber, wie Linux funktioniert.

Die hier vorgestellte Installationsanleitung sollte sowohl für ein MacBook als auch ein Surface Gerät funktionieren und wurden auf einem MacBook Pro (Mid 2012) und einem Surface Pro 2 nachvollzogen.

Ein Backup des Gerätes ist empfehlenswert.

Vorbereitung

Zur Installation von Arch Linux wird ein aktuelles Image benötigt (https://www.archlinux.org/download/ )

Mittels Etcher oder dd kann das Image auf einen USB Stick übertragen werden. Dabei sollte unbedingt sichergestellt werden, dass der USB Stick richtig angegeben wird, denn das Device wird komplett überspielt.

sudo dd if=imagefile.iso of=/dev/sdb1 -bs=1m

Danach den USB Stick in einen freien Port stecken und das Macbook mit gedrückter ALT Taste (Surface pro PowerButton und Lauter-Taste) neu starten. Es erscheint eine Auswahl die ein Starten vom USB Stick ermöglicht (beim Surface die Einstellungen zum Starten per USB freigibt).

Installation des Systems

Erste Schritte nach dem Booten vom USB Stick

Für die einfache Netzwerkverbindung empfiehlt es sich zu Beginn das Macbook per Ethernet zu verbinden und zu testen ob eine Verbindung besteht.

ping google.com -c 3

Außerdem ist es sinnvoll mit einem deutschen Tastatur Layout zu starten.

loadkeys de-latin1

Beim Surface läßt sich die Internetverbindung per WLAN mittels iwctl direkt konfigurieren.

Partionierung

Um Arch Linux zu installieren muss die Festplatte partitioniert werden. In diesem Beispiel wird davon ausgegangen, dass Arch Linux das einzige System sein soll und MacOS (Windows) komplett entfernt wird. Ein paralleler Betrieb ist bei älteren MacBooks zum Beispiel über Bootcamp möglich, eine parallele Installation von Linux und Windows ist ebenfalls möglich. Für die Partitionierung kann fdisk verwendet werden.

fdisk /dev/sda

Zunächst werden alle bestehenden Partitionen mit d gelöscht. Im Anschluss werden mit n drei neue Partitionen angelegt.

  1. Start Sektor default, End Sector +512M, type EFI
  2. Start Sektor default, die Größe auf die Größe des RAMs einstellen (z.B. 8G) und mit t auf Linux swap setzen.
  3. Für den Rest der Platte eine dritte Partion erstellen und mit t auf x86-64 setzen.

Abschließend kann mit *w*rite die Partitionstabelle geschrieben werden —> ACHTUNG: alle Daten sind weg!

Nachdem die Partitionierung erfolgt ist, werden die drei Partitionen formatiert und die root und optional die swap partition eingehängt


mkfs.fat -F32 /dev/sda1
mkswap -L p_swap /dev/sda2
mkfs.ext4 -L p_arch /dev/sda3
swapon -L p_swap
mount -L p_arch /mnt

Basis System

Das Basissystem kann über das pacstrap script installiert werden. Je nach Internetverbindung kann dies eine Weile dauern.

pacstrap /mnt base base-devel linux linux-firmware vim intel-ucode

fstab erzeugen

genfstab -L -p /mnt >> /mnt/etc/fstab

Das -L erzeugt eine fstab mit Labeln anstelle UUIDs und das -p verhindert das hinzufügen von Pseudo Dateisystemen.

Wichtig —> prüfen ob die fstab wirklich erzeugt wurde

 cat /mnt/etc/fstab

Das System konfigurieren

Das System wird nach eingabe von arch-chroot konfiguriert.

 arch-chroot /mnt

Zeitzone

timedatectl list-timezones
timedatectl set-timezone Europe/Berlin

alternativ

ln -sf /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime
hwclock --systohc --utc

locals auf deutsch setzen

 vim /etc/locale.gen

in VIM mit /de_DE nach den deutschen locals suchen und mit x die Raute zu Beginn der Zeile entfernen. Danach noch die US locals einschalten (Suche en_US)

mit :wq die Änderungen schreiben und VIM verlassen.

Jetzt die locals generieren

locale-gen

Damit das System und die installierten Programme wissen, dass es sich um eine deutsche Installation handelt

echo LANG=de_DE.UTF-8 > /etc/locale.conf

Damit die Tastatureinstellungen systemweit auf deutsch gesetzt sind und das Terminal ansprechend aussieht können die Keymap und der Terminal Font persistent gespeichert werden.

echo KEYMAP=de-latin1 > /etc/vconsole.conf
echo FONT=lat9w-16 >> /etc/vconsole.conf
  • Rechnernamen setzen
 echo archbook > /etc/hostname

In die /etc/hosts

127.0.0.1	localhost
::1		localhost
127.0.1.1	archbook

Die für den Systemstart notwendigen Dateien erzeugen

mkinitcpio -p linux

Bootmanager

pacman -S grub  efibootmgr
mkdir /boot/efi
mount /dev/sda1 /boot/efi
grub-install --target=x86_64-efi --efi-directory=/boot/efi --bootloader-id=GRUB
grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg

root password setzen

passwd

Auf dem Surface sollten jetzt am besten direkt die Pakete für den Netzwerksupport installiert werden, beim MacBook pro kann dies auch erst nach dem Neustart geschehen

pacman -S  dhcpcd networkmanager
systemctl enable dhcpcd
systemctl enable NetworkManager
exit
umount /mnt
reboot

Konfiguration des Systems nach dem Neustart

Nach dem Neustart mit user root und dem vergebenen password einloggen.

Internet und WLAN

Internet prüfen

ping google.com -c 3

Sollte keine Verbindung bestehen, prüfen ob dhcpcd installiert ist und das Netzwerkgerät aktivieren.

pacman -Qs dhcpcd

Bei Bedarf mit

pacman -S dhcpcd

installieren. und anschließend aktivieren.

systemctl enable dhcpcd
systemctl start dhcpcd

WLAN

Das Macbook hat einen Broadcom WLAN Chip, für den es einen Treiber im Community Repository gibt. Der WLAN Chip des Surface Pro sollte direkt erkannt werden und benötigt keine zusätzlichen Treiber.

pacman -S broadcom-wl
modprobe wl
systemctl disable dhcpcd
systemctl enable dhcpcd

Normalen Nutzer anlegen

Da es sich nicht empfiehlt dauerhaft als root zu arbeiten sollte ein neuer Nutzer angelegt werden. (in diesem Beispiel archuser)

useradd --create-home --groups wheel --shell /bin/bash archuser
passwd archuser

Damit der Nutzer später mit sudo z.B. Programme installieren darf, sollte sudo installiert werden und mit visudo der Gruppe wheel die Berechtigung für sudo erteilt werden.

pacman -S sudo
EDITOR=vim visudo

Editor sicherstellen, dass die Zeile

%wheel ALL=(ALL) ALL 

keine Raute zu Beginn hat.

Grafische Benutzeroberfläche installieren

pacman -S gnome-control-center gnome-shell gnome-terminal gnome-tweaks
pacman -S gdm
systemctl enable gdm
pacman -S networkmanager
systemctl enable NetworkManager
reboot

Konfiguration in GNOME

Für die Konfiguration in GNOME sollte mittels der EINSTELLUNGEN sichergestellt werden, dass die Standard-Sprache im System gesetzt ist. Für die Installation weiterer Pakete kann im Terminal pacman benutzt werden oder nach Installation aus dem AUR ein graphisches Tool wie pamac.